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Danke Leonard Cohen

Now I greet you from the other side
Of sorrow and despair

Leonard Cohen ist tot.

Bei manchen KünstlerInnen die sterben denke ich mir, schade um ihn. Schade um sie.

Doch der Tod Cohens trifft mich. Ich kenne Cohen nicht persönlich. Ich bin ihm nur zweimal bei Konzerten etwas näher gekommen. Aber seine Musik, seine Texte berühren mich seit 35 Jahren.

With a love so vast and so shattered
It will reach you everywhere

Cohen hat mich erreicht. Als junger Mensch hat er mich begleitet, durch dunkle Stunden, durch schöne Stunden. Ich habe mich in seiner Musik verstanden gefühlt. Ich konnte die unendliche Traurigkeit meiner Seele in seine Worte legen. Ich fühlte mich verstanden.

And I sing this for the captain
Whose ship has not been built
For the mother in confusion
Her cradle still unfilled

Er hatte eine Stimme. Er hatte Worte. Dort wo ich nur Schweigen hatte. Weil mir die Worte fehlten. Cohen sprach nicht für mich, aber er sprach mit mir.

For the heart with no companion
For the soul without a king
For the prima ballerina
Who cannot dance to anything

Ich fühlte mich verstanden. Das war unendlich viel.

Zweimal durfte ich ein Konzert besuchen. Einmal war ich allein. Niemand hatte Zeit. Die anderen konnten mit seiner Musik nichts anfangen. Es war wunderbar. Im Freien. Und mittendrin ging ein strahlender Mond auf.

Das zweite mal begleitete mich eine gute Freundin. Nach dem Konzert gingen wir zu Fuß durch die halbe Stadt nach Hause und kamen erst zum Morgengrauen an.

Später mit der Liebe meines Lebens gemeinsam abends Cohen zu hören war wie die Erfüllung mancher Versprechung …. Dance me to the end of love.

Und Cohens Texte inspirierten mich zum schreiben. Ich wollte all mein Schweigen in Worte gewanden. Hatte den Ehrgeiz ein klein wenig so gut Bilder in Worte zu fassen wie er.

Through the days of shame that are coming
Through the nights of wild distress
Though your promise count for nothing
You must keep it nonetheless

Ohne übertreiben zu wollen. Cohen prägte ein klein wenig meine Weltsicht. Ich sehe sie grau und doch voller Schönheit. Ich sehe die Traurigkeit und doch die Liebe. Ich sehe das aufrührerische, das eine Welt anders gestalten will. Ich blicke kritisch auf die, die sich als Jazz Police gerieren.

Seine Musik verband mich mit Menschen, die auch weiter denken wollten, die Phantasie hatten und die vielleicht ein klein wenig ver-rückt waren. Mit denen man Nächte diskutierend verbringen konnte, in Decken gehüllt durch die Nacht wanderte und hundertmal die Welt retteten – hundertmal in Gedanken und dann auch in Taten.

Now I greet you from the other side

Nun bist du auf der anderen Seite. Wo immer diese ist, wie immer diese ist. Ich möchte einfach Danke sagen. Danke für vieles.

Ich habe ihm nie die Hand gereicht aber er hat meine Seele berührt.

Daher habe ich heute auch kurz geweint. Mitten in der Schnellbahn. Und niemand wollte es bemerken.

Cohen, du hättest einen Song daraus gemacht…


Alle Zitate entstammen HEART WITH NO COMPANION von Leonard Cohen.

#Ziagausdieschuachallenge

Vier paar Füße im Kreis stehend mit bunten Socken
Es war die Zeit der #icebucketchallenge als sich “jedeR” einen Kübel mit Eiswasser über den Kopf goss – um für einen guten Zweck zu werben. Viele kannten den Hintergrund gar nicht mehr und fanden es nur spaßig.

In dieser Zeit gab es dann ein Lied. Simpel. Die Aufforderung doch seine Schuhe auszuziehen. Und MrBert der unter dem Hashtag #Ziagausdieschuachallenge ein ebensolches Foto postete.

Als einer der wenigen Griff ich es auf und poste seither Fotos von nackten Füßen, von besockten Füßen… immer mit dem Hashtag #Ziagausdieschuachallenge.

Warum. Weil ich gerne auch mal bloßfüßig gehe. Weil es interessant ist, welche bunte Mischung an Socken Menschen tragen. Weil es manchmal ein wenig ein Statement ist, sich zu entspannen. Weil das Gras sich auf nackten Füßen einfach gut anfühlt. Weil ein nackter Fuß (mit nicht perfekten Zehennägeln) oder mit Socken mit Loch ein nettes Statement im Lifestyle-Instagram sind. Weil … such dir selbst was aus.

Oder weil mich die Menschen dann fragen, was man gewinnen kann oder was man da mitträgt.

Es verwirrt manche, wenn ich dann sage: gar nichts. Zumindest gewinnen. Ob und welche Botschaft man dann noch mitschickt, das ist jeder und jedem selbst überlassen. Oder: Habt einfach mal ein bisschen Spaß.

Zeigt her eure Füße.

Kultcamp16 - Ein kleiner Rückblick

Logo Kultcamp16
Ich sitze gerade beim kultcamp16 – das Barcamp zu dezentraler Stadt- und Kulturpolitik in Wien der IG Kultur Wien.

Rund 30-40 Personen in einer interessanten Barcamp Umgebung. Ein großer heller Hauptraum und drei Sessionräume, einer davon in einem Socken-Kindergarten (ein inspirierender Ort).

Kulturarbeit ist nicht gerade mein Steckenpferd. Umso interessanter der Einblick in einen kleinen Ausschnitt der Szene. Einer Szene mit wenig Barcamperfahrung.

"Kultcamp16 - Ein kleiner Rückblick" vollständig lesen
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