Fragen ist der neue Trend

In meiner kleinen Webweltnachbarschaft breitet sich gerade ein neuer Trend aus. formspring.me ist ein neue Webanwendung, bei der sich mancheR die Frage stellt, warum man sich so etwas antun soll.

Grundfunktionen

Screenshot Eingabefeld bei formspring.meAlso, wie funktioniert das Ganze?

Registrieren (Passwort oder über Facebook), ein wenig (mit Betonung auf wenig) das Layout gestalten und dann bietet man eine Website mit einem Texteingabefenster und zwei Radiobuttons an.

In das Texteingabefenster kann jedeR die/der will eine Frage eintippen. Mittels der beiden Buttons wählt man aus ob man sich als registrierteR UserIn zu erkennen gibt (soferne man eineR ist) oder ganz anonym die Frage stellen möchte.

Neue Fragen erscheinen in meiner Inbox. Dort kann ich mich entscheiden, die Frage zu beantworten – dann erscheint sie direkt auf meiner formspring.me Seite. Oder ich lösche die Frage bzw. behalte sie noch in der Inbox.

Das war es auch schon.

Zusatzfeatures

Bei jeder Antwort kann ich wählen, ob diese auf Twitter und in Facebook gepostet bzw. angeteasert werden sollen.

Seit gestern gibt es auch eine Followerliste. Als registrierteR BenutzerIn kann ich auch anderen formspring User folgen. Dann werden ihre Antworten gesammelt in meiner persönlichen Following-Liste angezeigt. Wer mir “folgt” weiß ich selbst aber nicht.

Wozu das Ganze?

Gute Frage. Gerald Bäck hält es für die Rückkehr der anonymen Meinungsäußerung.

Aber warum mache ich mit? Ich bin an neuen Webideen immer interessiert und bin gespannt ob und wie sich formspring weiter enwickelt. Im Moment werden fleissig Fragen gestellt und beantwortet. Wird das in einer Woche schon wieder vorbei sein?

Sebastian Moser gibt auf formspring auch eine gute Antwort:

Im besten Fall gibt es interessante Fragen bzw. Antworten, im schlimmsten Fall hab ich ca. zwei Minuten für die Anmeldung und den Formspring-Tweet verwendet.

Genau das ist es auch für mich. Ich bin einfach neugierig, ob und welche Fragen mir gestellt werden. Fragen, die man eben ganz anonym posten kann. Gerade das anonyme fragen macht wohl den Reiz aus. Wie Gerald Bäck schreibt hat man oft die Schere im Kopf. Man weiß nicht, ob vielleicht ob das eine oder andere Wort doch in die falsche Kehle kommt… oder … oder. So kann ich ganz frank und frei mal die Frage stellen, die mir in den Sinn kommt oder die ich schon immer der Person stellen wollte.

Bei anonymen Fragen kann man – als Befragter – eventuell auch einiges über sich und die Sicht anderer auf einen selbst lernen. Aber zuviel sollte man wohl nicht hinein interpretieren. Genausowenig sollte man in tiefes grübeln verfallen, wenn niemand eine Frage postet. Warum die eine (wie z.B. Jana Herwig) dauernd gefragt wird und der andere nicht, all das lässt sich wohl nur bedingt erklären. Naja, Jana ist da wohl ein – positiv gemeint – schlechtes Beispiel für einen derartigen Erklärungsnotstand.

So habe ich auch schon ein paar gute Beispiele (zumindest aus meiner Sicht) warum formspring für mich eine interessante Ergänzung meiner Webaktivitäten ist:

Natürlich stelle ich mir auch die Frage (bzw. wurde sie mir schon gestellt), wie weit ich bei Antworten gehe werde. Was will ich aus meinem Privatleben öffentlich preisgeben.

Entwicklungspotential

Wofür formspring noch herhalten kann ist eine offene Frage. Jana Herwig hat auf ihrer formspring Seite schon auf die Frage, ob es zu einem Expertenforum im Web 2.0 werden kann geantwortet

Natürlich möchten die einen noch viele Features sehen. Ich selbst hätte das Tool gerne so “blank” wie möglich. Wer es nutzt soll sich sich allein mit der Frage und meiner Antwort auseinandersetzen und gar nicht in Versuchung geraten, viel Internaktivität zeigen zu müssen. Der einzige Anreiz sollte der blinkende Cursor des Fragenfeldes sein.

Nachlesen und/oder Fragen

Georg Mahr hat ebenfalls einen Artikel über formspring geschrieben und führt dort eine (immer wieder aktualisierte) Liste von formspring Profilen.

Und wer schon immer etwas von mir wissen wollte: formspring.me/roblen. Frag mich etwas.

Diskutieren

Formspring.me provoziert. Das sieht man schon an einigen Kommentaren in Twitter. Was das wieder soll? Nur eine Plattform für Egomanen! Nur für Menschen, die nichts mit ihrer Zeit anfangen können … Die Kommentarfunktion unterhalb dieses Beitrags erlaubt noch viele Bemerkungen. Oder schreibt eure Meinung in Form einer Frage auf meine Formspring Seite.

2 Trackbacks

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datenschmutz.net am 15.12.2009: datenschmutz Geek Supplies: Background-Template für formsquare

formspring heißt der neueste Social Media Hype: das Frage-Antwort-Spiel funktioniert grundsätzlich ähnlich wie Twitter, allerdings ohne die 140-Zeichen Beschränkung und mit derzeit noch recht eingeschränkten Features – trotzdem…

Nur ein Blog am 25.01.2010: Sascha antwortet wirklich

Als Asus eeePC 701 und Samsung NC10 User lese ich seit etlicher Zeit netbooknews.de bzw. netbooknews.com des unermüdlichen Sascha Pallenberg. Sascha hat vor ein paar Tagen formspring.me (siehe mein Artikel Fragen ist der neue Trend) entdeckt. In einem

2 Kommentare

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#1 - ritchie am 14.12.2009 um 23:58:

ritchieBin dir natürlich gleich mal gefolgt – und ich hab heute ein Photoshop-Template online gestellt für alle, die sich eine eigenen formspring Profilpage (bzw. eine Hintergrundgrafik für selbige)basteln möchten:
Background-Template für formspring.me

#1.1 - Robert Lender am 15.12.2009 um 21:27:

Robert LenderPst. Wer mir folgt kann ich ja nicht sehen – und soll ja geheim bleiben ;)

Template habe ich schon gesehen. Mal sehen ob ich es verwende, oder ob ich diese absolute Textzentriertheit weiter genieße ;)

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